Rezension: Bernhard Graf – Im Glanz edler Steine

By admin - Last updated: Dienstag, Februar 5, 2019 - Save & Share - Leave a Comment

Autor: Bernhard Graf
Titel: Im Glanz edler Steine
Untertitel: Die Wittelsbacher und ihre Juwelen
Verlag: Allitera Verlag München
214 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-96233-049-4
Hardcover – Großformat
Preis: 29,90 EUR

Der Autor

Bernhard Graf ist ein bekannter und sehr vielseitiger Autor. Wenn man bei Amazon nachschaut findet man eine Menge Bücher zu den verschiedensten Themen. Zum Thema Wittelsbach ist er bisher in Erscheinung getreten durch die beiden Bücher „Sisis Vater“ und „Sisis Geschwister“. Auch über die Edelsteine der Wittelsbacher hat er schon geschrieben. Bernhard Graf ist: Dr. phil., Historiker, Kunsthistoriker und Germanist. Graf ist nicht nur Autor, sondern auch Filme- und Ausstellungsmacher. Auch lehrt er seit vielen Jahren als Dozent an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Zugegeben, ich habe von Graf nur die beiden bereits genannten und dieses neue Buch gelesen und finde, dass das Schöne an diesen Werken ist, dass sie sachlich, fachlich und wissenschaftlich absolut korrekt sind, aber geschrieben in einem Stil, der es jedem erlaubt diese Bücher mit Freude und Spannung bis zum Ende zu lesen. Geschichte ist bei ihm kein trockener Stoff, sondern leichte Unterhaltung für jeden Interessierten.

Geleitworte

Abgesegnet haben dieses Buch S.K.H. Herzog Franz von Bayern und S.K.H. Herzog Max Emanuel in Bayern durch je ein Geleitwort.

Ausstellung

Dieses Buch erschien im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung die während der „The Munich Show – Mineralientage München“ 2018 gezeigt wurde.

Filmdokumentation

Am 6. Januar 2019 wurde im Bayerischen Fernsehen ein Dokumentarfilm zu dem gleichen Thema gezeigt, für den Bernhard Graf als Autor verantwortlich zeigte. Vielleicht lässt sich diese Dokumentation vom Mitschnittservice des bayerischen Rundfunks käuflich erwerben.

Bayerischer Rundfunk:
Die Wittelsbacher und ihre Juwelen

Das Buch

Das großformatige Buch mit festem Einband und sehr gutem Papier hat ein wunderbares Titelbild. Eine in der Größe leicht lesbare Schrift und eine ausführliche Kapitelaufteilung lassen bei dem Leser nie Langeweile aufkommen. Die 16 Haupt- und 51 Unterkapitel des Buches machen schon deutlich, wie umfangreich das Thema Edelsteine in der Geschichte der Wittelsbacher gewesen ist.

Ein Artikel ist natürlich auch Ludwig II., dem berühmtesten aller Wittelsbacher, gewidmet. Wundervoll ist auch das Kapitel von Ludwigs Seelenfreundin, Sisi der Kaiserin von Österreich.

Ein umfangreiches Anmerkungs- und Literaturverzeichnis runden das Buch ab.

Die Bilder

282 meist farbige, erstklassige und zum Teil noch nie veröffentlichte Bilder sind der große Schatz dieses Buches. Viele großformatige Bilder sind vorhanden, aber auch Detailaufnahmen bringen uns die Schätze der Wittelsbacher sehr nahe.

 

Beigabe

Dem Buch beigegeben ist eine Genealogie des Hauses Wittelsbach. Es ist ein Auszug der Mitglieder des Hauses Wittelsbach, welche dem Autoren wichtig waren.

Inhalt

Juwelen und Diamanten sind mehr als nur teure Schmuckstücke, sie sind auch ein Zeichen der Macht. Was die Juwelen der Wittelsbacher zu erzählen haben und wie weit sie auf der Welt herumkamen, dem hat Autor Bernhard Graf nachgespürt und die Erkenntnisse in diesem Buch zusammengetragen. Wie bereits erwähnt, hat der Münchner Autor und Filmemacher zum Dritten Mal bei den Wittelsbachern im Hausarchiv recherchieren können, haben Franz von Bayern und Max in Bayern ihm Einblick in sonst nicht zugängliche Schatzkammern gewährt.

Bücher über die Geschichte der Wittelsbacher und da besonders über Kaiserin Elisabeth von Österreich und über König Ludwig II. von Bayern gibt es in unüberschaubarer Zahl. Mit diesem Buch ist ein neues hinzugekommen. Es war schon eine ungewöhnliche Idee diese Geschichte anhand ihrer Kleinodien und Juwelen zu erzählen. Berühmt sind sicherlich die „Sisi-Sterne“ im Haar der österreichischen Kaiserin, oder ihre Perlenkette. Dafür haben die Filme über Sisi, verkörpert von Romy Schneider gesorgt.

Von Ludwig II. ist aber nicht bekannt, dass er ein Freund von Kleinodien und Juwelen gewesen ist. Er hätte sie sicherlich verkauft und in seine Schlossbauten gesteckt, wenn er nur gekonnt hätte.

 

Aber es gibt nicht nur diese beiden „Superstars“ der Familie. In der über 800-jährigen Geschichte gibt es so manchen Juwelenfreund über das dieses Buch berichtet. Sie haben Europa mitgeprägt. Die Wenzels-Krone Böhmens oder die Stephans-Krone Ungarns trug schon einmal ein Wittelsbacher. Herzog Otto III. von Bayern wurde als erster Wittelsbacher unter dem Namen Béla V. zum König von Ungarn gekrönt – mit jener berühmten Stephans-Krone. Die soll er auf dem Weg von Bayern nach Ungarn kurzzeitig im Sumpf an der Donau nach einem frohen Gelage verloren haben, fand sie aber rechtzeitig wieder. Eine spannende Wirtschaftsgeschichte erzählt die Frauenkrone, die 1402 Blanche of Lancaster in ihrer Mitgift vom Hof Heinrichs IV. in England ins Haus Wittelsbach mitbrachte. Der „Blaue Wittelsbacher“ hat ein eigenes aufregendes Schicksal. Er schmückte einst die bayerische Königskrone. Was später mit ihm geschah ist eine geheimnisvolle Kriminalgeschichte. Heute soll er sich im Besitz der Musa von Katar befinden. Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani hat ihn wohl für mindestens 80 Millionen US-Dollar nach 2011 für seine Frau gekauft. Man kann mit Recht sagen, dass dies ein Kunstbuch, ein Geschichtsbuch und letztlich auch ein Kriminalroman in vielen Akten ist.

Empfehlung

Für Mineralienfreunde und Wittelsbach Interessierte ist dieses Buch eine Pflichtlektüre. Für Sisi und Ludwig II. Anhänger, zu denen ich auch gehöre, ist dieses Buch ein Muss. Empfehlenswert ist es aber auch für jeden Anhänger bayerischer Geschichte. Bernhard Graf ist wieder ein großartiges Buch gelungen, über ein Thema, das so populär bisher noch nicht dargestellt wurde.

(c) Erich Adami, Jänner 2019

siehe auch:

„Juwelen der Wittelsbacher“ mit Bernhard Graf
BR Heimat – Habe die Ehre!
Moderation: Hermine Kaiser

 

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